lajessie:

“Elegy oder die Kunst zu lieben”. Gestern noch im WDR, bald bestenfalls auf DVD. Guter Film.

Einer der Filme bei denen ich wie so oft nur noch den Schluß der nächtlichen Wiederholung mitbekommen habe und für den es sich definitiv lohnt in die Videothek zu gehen um auch den Anfang des Films gesehen zu haben!

Zum Vergleich: Sia wenn sie nicht mit David Guetta zusammenarbeitet.

Eigentlich erinnert mich die Musik von David Guetta immer an Autoscouter fahren auf der Kirmes, sich danach von einem Halbwüchsigen ein Stofftier schießen lassen und mit einem Softeis nach Hause gehen.  Also nichts für was ich nach meinem 14.Lebensjahr noch zu begeistern wäre…allerdings kann man sich gegen Ohrwürmer nicht wehren und so rauscht es schon den ganzen Tag in meinem Kopf “I am bulletproof, nothing to lose, fire away, fire away”…
Überrascht hat es mich, als ich merkte, dass es Sia ist die da singt, denn ich hätte die australische Sängerin in eine ganz andere Schublade gesteckt.

Am Wochenende durchstöberte ich die Musiksammlung einer Freundin und entdeckte Break-up - ein Album von Pete Yorn und Scarlett Johansson. Bis dahin war mir nicht bekannt, dass die schöne Frau Johansson neben schauspielerischem Können auch Gesangstalent besitzt.
Das Konzept des Albums ist das Resultat aus einer in die Brüche gegangenen Beziehung zwischen Pete Yorn und seiner damaligen Freundin. Um einen klaren Kopf zu bekommen, schrieb er Songs in denen es um Phasen einer Trennung geht. Da seine persönlichen Vorbilder für die Duette Serge Gainsbourg und Brigitte Bardot waren, wünschte sich Yorn Scarlett Johansson als Duettpartnerin, da sie für ihn die moderne Bardot verkörpert.
Wem das Ergebnis zu poppig ist, kann Scarletts Stimme auch in einer experimentelleren Version auf ihrem ersten Album “Anyway I Lay My Head” lauschen.

Früher dachten wir Mädels eigentlich immer an, alle zusammen in einem Haus voller Katzen (um dem Klischee gerecht zu werden) gemeinsam zu altern, aber da gerade eine Hochzeit nach der anderen steigt, müssen die Pläne wohl geändert werden. Die ganzen Hochzeiten und Babys kommen mir noch ein wenig schräg vor…wird man doch wohl oder übel auf das eigene Alter aufmerksam gemacht. Jedoch sieht jede Lebensvorstellung anders aus und so lehne ich mich nochmal zurück und sage “Gibt mir noch ein paar Jährchen Zeit”. Aber auf den Hochzeiten tanze ich weiterhin sehr gerne, vor allem wenn es so schöne sind wie dieses Wochenende im Norden Deutschlands. Der Weg dorthin war etwas mühselig, da ich motorisch etwas eingeschränkt war, doch auf der Rückbank des Autos konnten die 800Km überwältigt werden.
Das Wetter war traumhaft, das Brautpaar entspannt, gespeisst wurde direkt am See, geschlafen in einem sehr schönen Herrenhaus und wenn weder gegessen noch getanzt wurde, konnte man sich die Zeit mit einem Sprung ins klare Wasser vertreiben. Die rumänische Band, die uns den Abend versüßt hat, wurde in Berlin direkt auf der Straße gecastet und hat auch den letzten auf die Tanzfläche getrieben. Liebe Anna, vielen Dank für dieses schöne Wochenende mit euch!

Fotos: Elisa & Rike

“I’ ve got the power” - Snap

Doris Day singing “Que sera sera” in Alfred Hitchcocks “The man who knew too much”

Behind closed doors

Für mein Diplomprojekt bin ich gerade auf der Suche nach Räumen, in denen die Zeit still zu stehen scheint. Anfangs war die Suche etwas beschwerlich, bis ich anfing, bei den Leuten, hinter deren Gardinen ich eine andere Welt vermutete an der Tür zu klingeln. Ich bin überrascht, wieviele Menschen mir Zutritt zu ihrer Privatssphäre gewähren und finde es unglaublich welche Lebensgeschichten sich in den Räumen abspielen. Und wann bekommt man schonmal Gelegenheit 50 Jahre altes eingemachtes Obst in der Hand zu halten…

“Ik ben jou” von Milou Abel

Leider reichte meine Zeit in diesem Jahr nur für einen einzigen Tag Fotobuch Festival in Kassel aus. Also hieß es Prioritäten setzen, um nicht unter permanenter Reizüberflutung zu stehen. Neben interessanten Vorträgen, habe ich mich vor allem bei den Dummy Award Büchern und den Self Published Books aufgehalten. Eins der Bücher hatte es mir besonders angetan: “Ik ben jou” von Milou Abel. Es ist eins der “haben wollen” Bücher, bei dem alles stimmig erscheint. Vom Buchaufbau, über Bildauswahl bis hin zm Layout. Um so mehr habe ich mich darüber gefreut, dass es beim Dummy Award den ersten Platz belegte und beim Verlag seltmann+söhne bald käuflich zu erwerben sein wird.

Den dritten Platz des Dummy Awards belegte ein ebenso nennenswertes Buch von Rosa Maria Rühling. In “Azis” geht es um die Prostitution junger Männer in Dortmund. Einfühlsam und manchmal erschreckend ehrlich dokumentiert sie, wie sie über mehrere Monate hinweg eine kleine Gruppen bulgarischer Männer fotografisch begleiten konnte.

“Lay your head down” von Keren Ann ist eins der wunderbaren Videos, die mir auch nach mehrmaligem Abspielen nicht langweilig werden. Für ein paar Minuten wird man daran erinnert wie sich Meerwasser an den Füßen und Wind im Haar anfühlt.

Gedreht wurde das Video von der französischen Fotografin Camille Vivier.